11. October 2016

Deutsch perfekt: Das Sonntagsritual Tatort

Deutsch-perfekt-Tatort-Spezial!

Der Sonntagabend ist anders. Er markiert das Ende des Wochenendes. Und für die meisten Deutschen bedeutet er: Morgen früh geht der Alltag wieder los. Der Wecker wird klingeln, man wird müde aufstehen und mehr oder weniger dynamisch in eine neue Arbeitswoche starten. Die Laune an diesem Abend ist manchmal nicht die beste Diagnose: Sonntagabend-Blues. Viele Deutsche gehen dann ungern aus dem Haus. An diesem besonderen Abend sind sie nämlich schon fest verabredet. Von 20.15 Uhr bis 21.45 Uhr sitzen sie auf dem Sofa vor dem Fernseher und sehen sich den Tatort in der ARD an. 90 Minuten lang schauen sie einem oder mehreren Kommissaren dabei zu, wie sie ihren Fernsehjob erledigen: Kriminalfälle aufklären – und das mit einer Erfolgsquote von fast 100 Prozent. 

 

 

Das Deutsch-perfekt-Tatort-Quiz

 

 

Das Sonntagsritual der Deutschen: Tatort gucken!

Nicht wenige nennen das ihr „Sonntagsritual“. Es ist ein gutes Gefühl, am Alltag der fiktiven Ermittler teilzunehmen. Denn wie man selbst müssen diese Menschen arbeiten, trinken zu viel Kaffee, haben Ärger mit Kollegen und Chefs, streiten sich mit ihrem Partner, sind manchmal krank und vielleicht auch einsam. Irgendwie tröstend.

 

Tatort Scheinwelten

 

Tatort: „Das letzte große TV-Lagerfeuer“

Dieses gute Gefühl ist natürlich nicht der einzige Grund, warum die am längsten gesendete Krimireihe im deutschen Fernsehen „das letzte große TV-Lagerfeuer“ genannt wird. Es sind vor allem die Charaktere der Kommissare, die die Zuschauer so sehr mögen. Fast jeder hat ein oder mehrere Lieblingsteams. Davon gibt es 23 verschiedene, die in unterschiedlichen Teilen der drei deutschsprachigen Länder ermitteln. Sprechen Deutsche über die Serie, tauschen sie diese Information ziemlich schnell aus. Das geht zum Beispiel so: „Wen magst du am liebsten? Ich finde die Kölner am besten.“ – „Die Kölner mag ich nicht so sehr. Mein Lieblings-Tatort ist der aus Münster. Der ist immer so lustig.“

Der Münster-Tatort mit Axel Prahl als Hauptkommissar Thiel und Jan Josef Liefers als Snob und Rechtsmediziner Boerne ist übrigens wirklich am populärsten (siehe auch Deutsch perfekt 5/2016). Rund 13 Millionen Deutsche sehen ihn durchschnittlich an. Die Zuschauerquote liegt zwischen 35 und 37 Prozent. Das ist – man kann es nicht anders sagen – ein sensationeller Erfolg.

Die Krimireihe Tatort hat sich weiterentwickelt

Das Münster-Duo kombiniert Krimi mit Komödie und Slapstick-Elementen. Inzwischen gibt es mehr Tatort-Teams mit einer extra Portion Humor, zum Beispiel die Kommissare Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) in Weimar. Das war nicht immer so. In den 70er-, 80er- und 90er-Jahren waren die Tatorte eine ernste Sache. Aber die Krimireihe hat sich seit dem ersten Fall im November 1970 weiterentwickelt – so wie die deutsche Gesellschaft. Deshalb kann man mit den Filmen viel über den Zeitgeist des Landes lernen. Da sind zum einen die aktuellen Themen, die in die Krimigeschichten integriert werden. In den ersten Jahren waren das zum Beispiel der Kalte Krieg, der Terror der Roten-Armee-Fraktion oder die Deutsche Wiedervereinigung. Heute geht es um Attacken gegen Flüchtlinge, um Soldaten, die aus Afghanistan zurückkommen, um das Darknet und Menschenhandel.

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