31. October 2016

ECOS: 25 Länder in denen Sie Spanisch sprechen können

 

Ist es nicht fantastisch, dass wir uns in 25 unterschiedlichen Ländern der Welt auf Spanisch verständigen können?
Das Spanische gehört zu den meistverbreiteten Sprachen der Welt: Es ist die Muttersprache von ca. 470 Millionen Menschen, und 21 Millionen weltweit lernen es. Außerdem weist das Spanische je nach Land Besonderheiten und Charakteristika auf, die diese Sprache zu einer der reichhaltigsten und schönsten machen.
ECOS hat eine Liste mit 25 Ländern in vier Kontinenten erstellt, in denen Spanisch gesprochen wird und wo wir interessante Varianten beobachten können, sei es bei Aussprache, Wortschatz oder Redewendungen. Bei unserer Rundreise durch diese Welt der Unterschiede werden wir sehen, dass uns diese Varianten nicht trennen, sondern uns verbinden und bereichern. 25 Länder und eine Sprache!

 

Spanisch in Europa - 1. Spanien

Von Spanien aus verbreitete sich das Castellano bzw. das Kastilische nach Amerika, Afrika und Asien. Allerdings finden sich auch in Spanien je nach Region verschiedene Varianten. So unterscheiden wir zwischen dem Spanischen, das in der Nordhälfte der Iberischen Halbinsel gesprochen wird und dem der Südhälfte – einschließlich der Kanarischen Inseln.
Im Norden behält das Spanische einige Formen des Altspanischen und nimmt Einflüsse anderer offizieller Sprachen auf: aus dem Katalanischen, Baskischen und Galicischen.
In der Südhälfte finden wir die größere Vielfalt. In Andalusien etwa werden Sie selten das Auslaut-S hören, da es aspiriert wird, und in vielen Gegenden Andalusiens und auf den Kanaren bemerken Sie das Seseo (c vor e und i sowie z werden wie s ausgesprochen), sowie das Ersetzen des vosotros durch ustedes. Diese Variante des Spanischen kam nach Amerika, und daher weist es viele Ähnlichkeiten mit den lateinamerikanischen Varianten auf. Auf den Kanaren hören wir viele Wörter, die auch in Amerika gebraucht werden, wie papa (für Kartoffel, statt patata), oder guagua (Bus, wie in Kuba).

 

Spanisch in Amerika - Nord- und Mittelamerika - 2. Mexiko, 3. Guatemala, 4. El Salvador, 5. Honduras, 6. Nicaragua, 7. Costa Rica, 8. Panama, 9. USA

Innerhalb dieser Ländergruppe fallen die Besonderheiten aus Mexiko und der Sonderfall USA auf.
Das mexikanische Spanisch enthält neben dem speziellen Tonfall zahlreiche Wörter englischen Ursprungs zuzüglich weiterer Besonderheiten:

  • Adjektive, die auf –oso enden, wie talentoso oder estiloso
  • Verkleinerungen bei Adverbien: ahorita
  • Imperative mit der Nachsilbe –le: ¡Ándale!, ¡Córrele, que se va el camión!
  • Mexikanismen oder Wörter, die nur dort verwendet werden wie platicar statt charlar, ¡aguas! für Vorsicht! (statt ¡cuidado!), oder chamaco für Kind oder Junge.

In Mexiko sowie in Teilen Mittelamerikas haben indigene Sprachen wie das Náhuatl das Spanische beeinflusst. In Zentralamerika ist häufig das Sprachphänomen Voseo zu hören, wo statt “tú” “vos” verwendet wird, etwa in Guatemala, Costa Rica, El Salvador oder Nicaragua, wobei mancherorts auch das “tú” zu hören ist.

Sonderfall USA

Haben Sie versucht, in Miami, New York oder San Francisco Englisch zu sprechen? In vielen Situationen kommen Sie mit Spanisch garantiert besser durch: In den USA leben 50 Millionen Hispanos. Mit Ausnahme von Puerto Rico ist es zwar nirgendwo offizielle Sprache, dennoch ist es allgegenwärtig. Im Süden des Landes geht die Präsenz auf den Einfluss der spanischen Siedler sowie die Nähe zu Mexiko zurück, und auch im Rest der USA nimmt die Hispanic-Bevölkerung zu.

 

Südamerika und Karibik - 10. Kuba, 11. Dominikanische Republik, 12. Puerto Rico, 13. Kolumbien, 14. Venezuela, 15. Ekuador, 16. Peru, 17. Bolivien, 18. Chile, 19. Argentinien, 20. Paraguay, 21. Uruguay, 22. Brasilien

In der Karibik weist das Spanische Ähnlichkeiten mit dem Andalusischen und dem Kanarischen auf. Zum Beispiel:

  • Tuteo – Duzen (“tú”, statt “vos” oder “usted”)
  • Langgezogene Vokale: oyeeee miiijaaa
  • j oder g werden häufig aspiriert: ca/h/ón (statt cajón)
  • /r/ hört man oft nicht, und der folgende Konsonant wird verdoppelt: co/bb/ata statt corbata (Krawatte), beispielsweise in Kuba, Puerto Rico, oder an der kolumbianischen Karibikküste
  • Verdoppelung des Subjekt-Personalpronomens, etwa in Kuba: ¿Tú te vienes o tú te vas?”

Viele Wörter sind Erbe der Kolonialzeit oder der indigenen Sprachen, oder kommen aus dem US-amerikanischen Englisch.

In Südamerika, in Richtung der Anden gibt es gleichfalls interessante Charakteristika.
Dazu gehört das bereits erwähnte Voseo, flächendeckend in Argentinien, Uruguay und Paraguay verwendet; in Chile nur im familiären Umfeld, und in Kolumbien, Peru oder Ekuador ist es nicht so verbreitet. In einem Kaffeehaus von Buenos Aires aber sollten Sie Ihr Gegenüber fragen: ¿Vos, qué tomás? ¿Un café?
Eine weitere Besonderheit: Singulare werden zu Plural: ¿Qué horas son?, wie in Manu Chaos Lied Me gustas tú.
Und ansonsten unterscheidet sich der Wortschatz: der Kellner heißt mesero statt camarero, Briefmarken heißen estampillas statt sellos, und für Brille verwendet man nicht das Wort gafas, sondern lentes oder anteojos. Statt mit dem ordenador wird mit der computadora gearbeitet, das Essen stellen wir nicht in den frigorífico, sondern in die heladera oder nevera. In Argentinien und Uruguay werden y und ll fast wie sch ausgesprochen (ca/sh/e statt calle). Dort hört man häufig das Wort che, für “he, du”. Der Wortschatz in diesen Ländern schöpft aus der indigenen Sprache Guaraní, die in Paraguay neben dem Spanischen Verkehrssprache ist.
In Brasilien wird zwar Portugiesisch gesprochen, aber auch Spanisch wird verstanden; etwa eine halbe Million Spanisch-Muttersprachler leben dort, und in den Schulen der Bundesstaaten Rio de Janeiro und Sao Paulo ist es Pflicht. In den Grenzregionen gibt es das “Portuñol”, eine Mischung von Spanisch und Portugiesisch.

 

Spanisch in Asien - 23. Philippinen

Es sind nicht viele Menschen, die in dieser ehemaligen spanischen Kolonie noch Spanisch sprechen, etwa 8000, die vorwiegend in der Hauptstadt Manila leben. Schon mit Beginn der Kolonisierung im 16. Jahrhundert vermischte sich das Spanische mit dem einheimischen Tagalo. Im Süden der Inselgruppe spricht man Chabacano, eine Sprache, die spanischen Wortschatz mit der Grammatik der einheimischen Sprache verbindet. Chabacano wird von etwa 600 000 Menschen gesprochen, und wenn Sie Spanisch beherrschen, können Sie das Chabacano einigermaßen verstehen.

 

Spanisch in Afrika - 24. Äquatorialguinea

Äquatorialguinea in Westafrika war 200 Jahre lang bis 1968 spanische Kolonie. Seit 1979 ist Spanisch in der Arbeitswelt, im Bildungswesen und Kulturbereich wieder präsent, auch wenn die Sprecherzahl gering ist.

 

25. Westsahara

Arabisch ist offizielle Sprache in der ehemaligen Kolonie (bis 1976), doch Spanisch ist die zweite Sprache dort; Spanisch ist in der Westsahara von arabischen Wörtern durchsetzt; es wird in der Schule gelernt und im Verwaltungswesen verwendet. Im Gesundheitsbereich hört man sehr viele spanische Wörter, da Hilfsmaterial und medizinisches Personal vorwiegend aus Spanien und Kuba kommen.

 

 

Spanisch ist in Form

470 Millionen Menschen haben Spanisch als Muttersprache. Hinzu kommen etwa 68 Millionen Personen mit hoher Sprachkompetenz (aber sie beherrschen sie nicht so gut wie ein Muttersprachler). Hinzu kommen 21 Millionen Spanischlerner weltweit. So kommen wir auf 559 Millionen Spanischsprecher, mehr als 6 % der Weltbevölkerung, und die Anzahl steigt. Manchen Berechnungen zufolge wird in einigen Generationen die Zahl von 10 % der Weltbevölkerung erreicht und eine höhere Zahl an Muttersprachlern als für Chinesisch oder Englisch.